Dieser Beitrag ist der Webseite duckenticers.de (Bianca WIllems-Hansch) entnommen

Zuchtziel Duck Enticer’s

Ich möchte ein paar meiner Gedanken zur Zucht von Hunden aufschreiben:

Ist man als Züchter tätig – und ein Züchter ist sowohl ein Zuchthündinnen-Besitzer wie auch ein Deckrüden-Besitzer – hat man eine große Verantwortung gegenüber der Hunderasse, die man züchtet. Man ist verpflichtet, die Merkmale, die diese Rasse ursprünglich auszeichnen und deren Gesunderhaltung voranzutreiben und zum Wohle der Rasse und der Hunde eine gewissenhafte Auswahl zu treffen. Deswegen halte ich es für einen Züchter als unerlässlich, sich Ziele zu setzen, die über mehrere Generationen hinausgehen – auch wenn diese Ziele hoch erscheinen mögen. Außerdem sollte ein gewissenhafter Züchter auch über seine eigenen Hunde reflektieren können und Stärken und vor allem Schwächen erkennen und diese benennen können und gewissenhaft entscheiden, ob der gewünschte Zuchthund/Zuchthündin der Gesamtheit der Rasse etwas Gutes bringen kann.

Seit ungefähr 1990 ist es mein Wunsch Hunde zu züchten und seit dem beschäftige ich mich mit diesem Thema. Seit der Zeit habe ich acht Welpen großgezogen, die ich unter anderem mit dem Hintergedanken ausgewählt hatte, um später einmal mit ihnen zu züchten. 2003 habe ich meinen Zwinger angemeldet, damals auf Nova Scotia Duck Tolling Retriever und diesen 2005 auf Labrador Retriever erweitert. Bis zum Jahr 2011 habe ich mit keinem dieser Hunde gezüchtet, da sie für mich Schwächen im Wesen oder im gesundheitlichen Bereich gezeigt haben. Dabei waren bis auf meine Hündin Raj, alle meine Hunde im zuchttauglichen Bereich. Mit Lena habe ich in meinen Augen eine sehr gute Zuchthündin gefunden, diese habe ich allerdings als erwachsenen Hund aus England gekauft. Ich hoffe, dass ich mit ihr und ihren Nachkommen etwas Gutes für die Rasse tun kann – ich habe Lena und ihre Deckpartner zumindest nach besten Wissen und Gewissen ausgewählt. Aber eine gehörige Portion Glück gehört ja auch immer noch dazu und die Erfahrung zeigt einem, dass nicht alles planbar ist.

Mein Ziel ist es, Hunde zu züchten, die gesund sind. Damit meine ich, dass sie frei von erblichen Krankheiten sind, sowie über eine stabile Konstitution verfügen. Außerdem Hunde, die über eine hohe Intelligenz verfügen, das heißt für mich, dass sie reflektieren können. Dieses bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens, wie z.B. den Umgang mit neuen Eindrücken, Rationalität, Umgang mit Artgenossen, die Art zu arbeiten, wie z.B. zu verstehen den Wind zu nutzen, Angemessenheit des eigenen Tuns, usw. Des weiteren möchte ich Hunde züchten, die leistungsfähig sind. Das bedeutet für mich, dass sie eine sehr gute Körperbeherrschung haben, sowie motorisch geschickt sind. Dass sie mental belastbar sind und in sich ruhend. Außerdem über ein hohes Mass an Arbeitsfreude verfügen, eine ausgeprägte Nasenleistung zeigen, leicht zu händeln sind, sowie über körperliche Härte, Wildschärfe und Durchhaltewillen verfügen. Und um das ganze abzurunden sollen die Hunde dem rassetypischen, ursprünglichen Erscheinungsbild entsprechen. Sie sollten schlank und wendig genug sein, um sich rationell bewegen zu können, sowie kräftig genug, um größeres Wild, wie z.B. eine Graugans oder einen Fuchs über weitere Strecken tragen zu können.

Ja, so würde das perfekte Zuchtergebnis aussehen. Aber, einen perfekten Hund? Wer möchte das schon? Das ist doch eigentlich langweilig, oder?

Bianca, im April 2015